06 April 2013
letzter tag in west dean
Es gab Kuchen, es gab Tränen, war aber trotzdem ein perfekter Tag – ich durfte von morgens bis abends „Kleinserien“ säen: Sachen, die nix geworden sind (das passiert auch hier ...), Sachen, die vergessen wurden und Sachen, die man erst mal ausprobieren will. So wie die Mirabilis Longiflora, deren Samen wie kirschkerngroße Bömbchen aussehen. Da auf der Samentüte kein Bild war, hab ich zuhause gleich gegoogelt in Erwartung einer ziemlich majestätischen Pflanze. Ist aber ein ziemlich filigranes und gar nicht großes weißes Blümchen ...
04 April 2013
chilisamen
Nur noch 2 Tage in West Dean Gardens und schon ist wieder alles vorbei. Ich bin doch gerade erst angekommen – fünf Wochen sind echt zu kurz! Heute habe ich unter anderem Wicken eingesät (da die Samen sehr hart sind, werden die hier über Nacht eingeweicht und heute morgen begannen schon einige Samen zu keimen!) und aus getrockneten Chilis die Samen gepult. Die Teile sind so scharf, dass ich dauernd niesen und husten musste :-) Und dann habe ich den Auberginen, die ich vor 2 Wochen eingesät habe, noch einen Besuch abgestattet – wird doch!
03 April 2013
kew gardens
In den Kew Gardens in London (das ist der Botanische Garten und etwas außerhalb) waren wir vor ein paar Jahren schon mal – aber viel zu kurz, um auch nur annähernd alles zu sehen. Es ist ein Riesenpark mit alten und seltenen Bäumen, wunderbaren viktorianischen Gewächshäusern (von denen das schönste aber leider dieses Jahr mitten in den Umbaumaßnahmen steckte und viele Pflanzen einfach nur so rumstanden) und einem unterirdischen Aquarium mit Wasserpflanzen und Fischzeugs. Da hab ich diese wunderbare Ding gesehen, von dem ich nicht mal weiß, ob es Tier oder Pflanze ist ...
parham house & gardens
Auf dem Osterprogramm stand Parham House eigentlich nicht direkt, wir kamen eher zufällig daran vorbei und es war eine echte Entdeckung. Sonst sind die englischen Herrenhäuser immer dunkel, schwer und etwas muffig. Und vollgestopft mit Gemälden von oben bis unten. Parham House ist aber ganz anders – hell und freundlich und es riecht sogar gut! Gemälde gibt es hier zwar auch, aber da gibt es durchaus auch mal was zu lachen ;-) Der Garten ist zu einer anderen Jahreszeit bestimmt spektakulärer; in diesem kalten Frühjahr gabs an Ostern außer ein paar Osterglocken eher nicht so viel zu sehen. Aber das Gewächshaus ist sehr schön, direkt an eine Wand dieses „Walled Garden“ angebaut. Und gegen nachmittag kam das Wild raus auf die Wiese! So was sieht man in Deutschland echt selten.
27 März 2013
begleitpflanzen
Ostern naht, und da muss sich West Dean Gardens von der besten Seite zeigen. Erfahrungsgemäß werden viele Besucher über die Feiertage kommen – schon allein, weil hier ENDLICH die Temperaturen hochgehen sollen. Also war meine Aufgabe heute, Gewächshaus 5 und 6 osterfrisch zu machen: Unkraut und Moos zwischen dem feinen Schotter und in den Töpfen entfernen, Schotter rechen, neue Labels an die Pflanzen machen, alle Minzen (die leider noch nicht so üppig aussehen, wie sie eigentlich zu dieser Jahreszeit sollten) alphabetisch in Reih und Glied aufstellen, alle anderen Kräuter eher im Freestyle, Wege in den beiden Gewächshäusern kehren – fertig :-)
Weil ich gestern schon so müde war, hab ich ganz vergessen zu erzählen, dass ich auf der RHS Spring Flower Show in einem sehr interessanten Vortrag war: „Companion Plants“ = Begleitpflanzen. Also Pflanzen, die Schädlinge entweder anziehen (und damit z.B. von Gemüsepflanzen abhalten) oder vertreiben oder die, neben andere Pflanzen gesetzt, denen einfach gut tun. Eine Pflanze, die angeblich allen anderen Pflanzen (außer Rhabarber) sehr gut tun und deren Wuchs fördern soll, ist Liebstöckel (Maggikraut). Ich werd´s ausprobieren, obwohl ich´s nicht so gern esse!
rhs spring plant fair london
25 März 2013
auberginenanzucht
Der kälteste März seit 50 Jahren in England – musste das sein? Man ist wirklich dankbar an manchen Tagen, so wenig wie möglich raus zu müssen, weil einem sofort die Finger abfallen. Dann drücken sich bis zu 5 Leute im „Potting Shed“ rum, wo eigentlich nur 2 vernünftig arbeiten können ... Habe am Freitag Auberginen gesät, und zwar 25 Sorten. Die werden alle in alphabetischer Reihenfolge in das große Gemüsebuch eingetragen: Name, Samenlieferant, Anzahl der gesäten Samen/Töpfe/Schalen und natürlich – ganz wichtig: das Datum. Alle Samen bis 2011 kamen in kleine Töpfe, immer 2 x 2 von jeder Sorte. Für´s ältere Saatgut habe ich je 1 größeren Topf genommen mit ca. 20 Samen – die Keimfähigkeit lässt nämlich von Jahr zu Jahr nach. Am Ende wird pro Sorte nur eine Aubergine überleben!
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