14 März 2012

pflanzenkindergarten

Nachdem ich heute morgen ins „Visitors Centre“ geschickt wurde – dort bezahlen die Besucher ihren Eintritt, dort ist das Restaurant und der Shop mit u. a. Pflanzenverkauf –, um die Pflanzen dort zu wässern, welke Blätter zu entfernen, alles wieder schön aufzustellen (Etiketten nach vorne, keine Lücken, etc.), durfte ich den ganzen Tag Babypflanzen versorgen. Salat, Basilikum und Kohl wurden palettenweise ausgedünnt, das heißt, ich durfte jeweils nur 1 bis 4 Keimlinge pro Topf drin lassen, die anderen wurden mit spitzen Fingern (endlich weiß ich, wozu lange Fingernägel gut sein könnten) vorsichtig rausgezogen. Und weg geworfen. Dann kamen die Paletten in die „cold frames“ – ich weiß nicht, wie die Dinger bei uns heißen. Wird oft für verwendet in Deutschland, solange es noch nicht richtig warm ist und gerne aus alten Fenstern gebaut. Dabei ist mir auch gleich ein kleiner Unfall passiert – eine der Paletten ist mir aus der Hand gerutscht beim Gewächshaustüre einhändig öffnen (Faulheit hat sich noch nie bezahlt gemacht!). Gottseidank konnte ich sie auf halben Weg fangen und das Ganze gerade noch so retten mit etwas Erde wieder reindrücken und so ... Am Nachmittag ging´s dann anders weiter: Plastikschalen voll mit Sämlingen von Rudbeckien mussten auf Einzeltöpfchen verteilt werden. Mit einem Holzstäbchen ein Löchlein in die Erde drücken und dann das kleine Pflänzchen und vor allem das feine Würzelchen in dieses Löchlein reinfummeln. Nix für Grobmotoriker! Aber Spaß hat´s gemacht !!!

13 März 2012

an english garden

Heute habe ich (mal wieder!!!) x Pflanzen umgezogen – Primeln von hier nach dort, Sukkulenten von dort nach da – könnte euch jetzt wieder einen Wagen voll mit Töpfen zeigen, aber das wird ja irgendwann langweilig. Deshalb hier lieber ein Foto von Ann, einer unserer Gärtnerinnen, die heute aus Zweigen eine Art Hütte gebastelt hat, die den Stauden später Halt geben soll, die darunter wachsen. 

Heute nachmittag durfte ich eher Feierabend machen, damit ich einen Garten in der Nähe besuchen kann. Hier haben immer irgendwelche Gärten für´s Volk auf und diesen (Aldworth House) hat mir Sarah wärmstens empfohlen, da sie schon am Sonntag hier war. Beeindruckend fand ich die vielen Hundegräber (!) an der Wand entlang und die blühenden Wiesen voll mit Narzissen und Osterglocken, Krokussen und einer meiner Lieblingsblumen, der Schachbrettblume. Natürlich gab´s dort auch ganz stilvoll Cream Tea und Scones.

12 März 2012

was für ein schöner tag!

... nee, ist ein Pfirsich! Angeblich werden die Pfirsichblüten im Gewächshaus mit Hilfe eines Hasenschwanzes bestäubt. Mal sehen, ob das noch auf mich zukommt. Wär ja lustig, oder?


Heute war ein echter Glückstag: Strahlender Sonnenschein schon am Morgen und schöne Arbeiten! Erst mussten mehrere große Töpfe mit Dahlien aus ihrem Winterquartier, dem „Apple House“ – da werden tatsächlich Äpfel gelagert –, in eins der Gewächshäuser umgezogen und gegossen werden. Mit meiner neuen Bekanntschaft, diesem komischen Wagen (Wie heißt das Ding in Deutschland???), komme ich inzwischen schon ganz gut klar – alles eine Frage der Balance ,-) 


Ein Gewächshaus weiter warteten dann irre viele verschiedene Salbeisorten auf ihren Frühlingshaarschnitt – das hat echt Spaß gemacht! Vor allem mit meiner neuen Felco-Schere (danke Darling!), die sogar von Sarah immer wieder bewundert wird, ging das wie von alleine! 


Und dann ging es mal wieder den Läusen an den Kragen, diesmal beim Salat – natürlich per Handarbeit. Die Blätter sind noch so frisch und zart, dass man da ganz vorsichtig rangehen muss. Schließlich muss nachher jeder Salatkopf wie gemalt aussehen für die Besucher (gegessen werden die nämlich nicht, soviel ich weiß). Überhaupt muss alles immer super ordentlich aussehen und nicht das allerkleinste Unkraut hat hier ne Chance. Das kann in den nächsten Wochen ja noch heiter werden, weil die gerade erst anfangen zu sprießen!

09 März 2012

buchsbaum-umzugstag


Guckt mal, wie schön es gerade in einem der Spalierobst-Gewächshäuser blüht! Habe aber leider in meiner Begeisterung vergessen, auf´s Pflanzenschild zu gucken – sieht aber nach Kirsche aus, oder?


Heute sind ca. 200 Buchsbäume (gefühlt 2.000) vom Folientunnel ins Freie gewandert und dafür ungefähr 50 Minzesorten vom Freien in den Folientunnel. Die Buchsbäume sind Reserve für die vielen Buchshecken um die Beete und schon einige Jahre alt. Ich möcht nicht wissen, wie oft die schon umgeräumt wurden und ich hab diese Dinger verflucht heute morgen, weil mein Rücken nach dieser Aktion zum ersten Mal seit ich hier bin ECHT WEH TUT !!! Ganz speziell sind auch diese Kärren – komischerweise sind die total voll leichter zu fahren als halb voll. Wenn ich in Physik aufgepasst hätte, wüsste ich warum ...

ein langeunterhosenbeisonnetag

Today you´re the lucky one! Das heißt: Ich durfte helfen, einzusäen. Heute waren verschiedene Salat- und Basilikumsorten dran, die dann ins über 30 Grad Celsius warme Gewächshaus wanderten. Dort habe ich auch die Tomaten von letzter Woche wieder getroffen: Sie keimen schon! Denn Rest des Vormittags habe ich die Gewächshäuser sauber gemacht (fegen und welke Blätter aufsammeln). Da ich heute sicherheitshalber nochmal die lange Unterhose anhatte – denn ich hasse nichts mehr als frieren – hatte ich echte Hitzewallungen da drin. Und nachmittags gings in den College-Park, den West Dean Gardens auch betreut. Dort gibt es 7 große Beete mit Vergissmeinnicht und Primeln, und die sind krank und sahen erbärmlich aus. Die Blätter ganz fleckig und gelb. Was das für eine Krankheit ist, weiß niemand von den Gärtnern. Also hat Sarah das Ganze fotografiert und nach Wisley Gardens gemailt, in der Hoffnung, dass von dort eine Diagnose kommt. Damit aber die Besucher des Parks nicht auf das Elend draufgucken müssen, haben wir alle beschädigten Blätter entfernt und zum Verbrennen gebracht. Die Schuhe, Handschuhe und das Werkzeug mussten wir sorgfältig reinigen, damit dieser Virus oder Pilz oder was immer das auch ist, nicht übertragen wird. Das habe ich hier inzwischen echt gelernt: Sauberkeit und Hygiene sind das A und O beim Gärtnern! 

08 März 2012

ein langeunterhosenundregenhuttag

Englisches Wetter vom Feinsten: Nieselregen, der andauernd die Brille blind macht, ein Wind, der durch alle Nähte pfeift, und ein richtig blöder, grauer Himmel. So fing mein Tag an. Heute morgen habe ich zusammen mit einer anderen Praktikantin das Tomatengewächshaus vorbereitet und die Beete mit Folie ausgelegt. Da die Tomaten aber letzte Woche erst eingesät wurden, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sie hierher umziehen dürfen. Das war schnell erledigt und den Rest des Vormittags habe ich damit verbracht, die schönen, handbeschrifteten (von der Chefin höchstpersönlich!) Pflanzenschilder aus Holz zu reinigen. Erst musste die Schrift vom letzten Jahr mit Spiritus weg und dann wurden die Dinger geschrubbt, bis sie wieder weiß waren. Hier wird ziemlich viel wiederverwertet, das gefällt mir gut. Macht aber natürlich auch mehr Arbeit!


Gegen Mittag kam doch tatsächlich die Sonne raus und wenigstens der Regen hörte auf. Morgens hatten sogar die Gärtner irgendwann aufgehört zu pflanzen, weil die Erde nur noch eine klebrige Masse war. Meinen Nachmittag verbrachte ich damit, die weggeschwemmte Erde unter den Buchsbaumhecken, die hier überall die Beete umranden, wegzukratzen. Nicht besonders anspruchsvoll, aber es sah echt viel besser aus als vorher! Natürlich bin ich damit nicht fertig geworden aber das gehört zum Gärtnern ja dazu: Man ist NIE fertig!

06 März 2012

was macht man gegen läuse?

Jetzt bin ich fertig – mit dem Schotter. Aber heute früh hab ich erst einmal zig „barn cloches“ zusammengebaut aus je 4 Glasscheiben und 4 Drahtteilen. Das ist eine hübsche, aber nicht gerade preiswerte Alternative zum Folientunnel. Das Prinzip stammt wohl aus dem 2. Weltkrieg, als die Briten dazu angehalten wurden, Gemüse und Obst selbst anzubauen, weil die Lebensmittel-Versorgung nicht mehr gewährleistet war. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch der Spruch auf der Tasse von gestern :-)
Dann haben wir noch viele, viele kleine Schlüsselblumen (die heißen hier „cowslips“) umgezogen vom Gewächshaus in den großen Folientunnel, der aber außerhalb des Gartenteils liegt, der für Besucher zugänglich ist. Und zum Schluss kam heute noch was ganz Leckeres: Im Orchideen- und Farn-Gewächshaus ist eine Läuseplage ausgebrochen. Wenn man spritzt, sind die vielen schönen Blüten futsch. Also haben wir die Dinger mit den bloßen Fingern zerquetscht, und das massenweise. Ich glaub, da muss ich morgen nochmal ran ,-)