13 März 2013
im gewächshaus
Heute Nacht und am Morgen Schneestürme, geschlossene Autobahnen und Menschen, die die Nacht im Auto verbracht haben – da war ich sehr froh, heute ein Plätzchen im Warmen zu haben! Erste Aufgabe: Kleine, zarte Farnpflänzchen die Wand hoch trimmen. Zum Aufwärmen ... Zweite Aufgabe: Im großen Gewächshaus (dort ist es warm & feucht und hier wohnt alles, was es ein bißchen wärmer braucht) alle die Pflanzennamen abschreiben, die statt einem Holz- noch ein Plastikschild im Topf haben! Dazu muss man wissen: Hier wird ALLES gelabelt (nun ja, fast alles, wie ich heute festgestellt habe) und für die Besucher soll es ja perfekt aussehen. Dazu gehören von der Chefin höchstpersönlich von Hand beschriftete Holzschilder an allen Pflanzen. Das wird jedes Frühjahr neu gemacht. Also nicht nur geschrieben, nein: die Holzschilder werden blank gescheuert, frisch gestrichen und DANN beschriftet. Und ich habe heute praktisch nur die Bestandsaufnahme gemacht, was noch geschrieben werden muss. Hatte nachmittags einen lahmen Arm. So viel hab ich schon lange nicht mehr von Hand geschrieben ...
11 März 2013
wintergarten
Ich beschwer mich nie, nie, nie mehr über Regen! Hier liegt Schnee bzw. es hat den ganzen Tag über geschneit – und zwar waagrecht. Der Schnee wurde nämlich von einem ganz besonders fiesen, eiskalten Wind begleitet. Heute waren alle drin, sogar die ganz harten Jungs haben heute brav Gewächshäuser geputzt. Von innen. Ich durfte fast den ganzen Tag lang Bienchen spielen und bin mit meinem Hasenschwänzchen von Blüte zu Blüte gehuscht. Da es in den Gewächshäusern so gut wie keine Insekten gibt (bei den Temperaturen sowieso nicht!), ist das künstliche Blütenbestäuben notwendig, damit Früchte entstehen. Dieses Stadium werde ich allerdings dieses Jahr hier in West Dean nicht erleben ...
10 März 2013
frühjahrsputz
Bei dem Wetter werden selbst die Praktikanten nicht ins Freie getrieben! Wenn es also „cats & dogs“ regnet, wie der Engländer zu diesem Sch...wetter sagt, findet sich immer auch ein Job, der im halbwegs Trockenen verrichtet werden kann. Das Gewächshaus für die Melonen und die Gurken ist seit Freitag vom Dreck befreit, die Algen sind von den Mauern gescheuert und man kann dort jetzt vom Boden essen! Putzen ist nun nicht gerade meine Stärke (Der Putzfimmel überkommt mich ungefähr zweimal pro Jahr ...), aber hier wird ja nicht gefragt ,-) Gottseidank war´s nicht Fenster putzen ... Das Gute daran ist, dass man praktisch sofort ein Ergebnis sieht: Ihr seht hoffentlich den Unterschied!!! Zwischendurch war ich noch im Orchideenhaus, welke Blätter und Blüten entfernen. Das liebe ich – ist wie Meditieren!
06 März 2013
aus 1 mach 2
Heute stand das Teilen von Pflanzen auf dem Programm. Prima, denn das hatte ich mich bisher nie so richtig getraut, und wenn, dann ultravorsichtig. Als Übungsobjekt mussten 5 Schusterpalmen herhalten, von denen ich nicht weiß, von was die noch gelebt haben – so viele Wurzeln waren im Topf und so wenig Erde.
Man braucht: 1 Schneidebrett, 1 scharfes großes Messer, eine scharfe Pflanzenschere und etwas Geduld.
Wurzelballen aus dem Topf lösen (Pflanze am besten vorher austrocknen lassen, dann geht das relativ einfach), Wurzelballen auf dem Schneidebrett platzieren und beherzt (!) mit dem Messer senkrecht in der Mitte durchschneiden. (Geht nicht so einfach, wie´s klingt – wenn´s mit dem Messer nicht mehr weitergeht, Pflanzenschere nehmen!) Jede Hälfte auf die Schnittfläche legen und links und rechts senkrecht nochmal ein Stück abschneiden, so dass man einen kompakten Wurzelballen vor sich liegen hat. Ballen kräftig schütteln und verwelkte und unschöne Blätter entfernen. Dabei kann man großzügig sein, denn das so malträtierte Wurzelsystem wird froh über jedes Blatt weniger sein, das es zu versorgen hat. Vor dem Einpflanzen freuen sich die Wurzeln über ein Bad (Ich hab da etwas Maxicrop rein, das ist ein organischer Dünger aus Seetang). Sehen doch jetzt richtig prima aus, die Dinger!
Sobald ich zuhause bin, werde ich mir meine Schusterpalmen vornehmen (die bei mir eher ein Dasein in 2. Reihe haben, da ich sie nicht sooo sehr mag ...) und Ihnen auf jeden Fall auch einen neuen Standort geben – die mögen nämlich Schatten, hab ich heute gelernt, und bei mir stehen die in der vollen Sonne. Kein Wunder, dass die immer so verratzt aussehen ...
05 März 2013
west dean II
Seid gestern bin ich nun wieder hier und England hat mich freundlicherweise mit Sonne empfangen. Hier ist FRÜÜÜÜÜHLING!!!! Und wie: Die Krokusse platzen in West Dean Gardens überall herzallerliebst aus dem Boden. Und zuhause in unserem Garten lag noch eine dicke Schneedecke, als ich losgefahren bin. Mein erster Arbeitstag ging mit Gewohntem vom letzten Jahr los: der Pflanzenverkauf im Visitors Centre. Aber da war ich hurtig durch, denn viele Pflanzen sind dort noch nicht. Dann habe ich bei 40 Grad PLUS unterm Folientunnel (als Brillenträgerin kein einfaches Unterfangen) im Anzuchthaus Chilis sortiert und kontrolliert, ob alle da sind (kein Witz!). Dieses Jahr werden nicht nur Chili-Pflanzen für die eigene Sammlung gezogen, sondern auch noch welche für die RHS (= Royal Horticultural Society = DIE Institution für Gärtner in Grossbritannien). Das war aber nur zum Aufwärmen, denn dann habe ich gefühlte 100 Zäune gekärchert – leider hat sie mir niemand gebracht und wieder weggetragen ,-) Aber ich will gar nicht meckern, da sieht und spürt man wenigstens abends, was man den ganzen Tag getan hat.
31 Oktober 2012
einmachen
Boah – jetzt war ich aber schon lange nicht mehr hier! Tut mir echt leid, aber in meinem anderen Leben gab´s sehr viel zu tun. Soviel, dass auch meine letzten Gartenmittwoche dran glauben mussten ... Aber zwischendrin hab ich immer wieder geerntet, eingekocht (Guckt mal! Alles ganz lecker geworden!!!), Samen gesammelt, nicht winterharte Pflanzen ausgegraben, Töpfe reingeräumt und alles, was es halt im Herbst so zu tun gibt. Insgesamt war fast alles irre spät dran mit blühen und Früchte tragen. Die Big Rainbow-Tomaten waren kurz vor dem ersten Schnee zwar big aber nicht reif. Jetzt habe ich sie halt zu Grüne Tomaten-Marmelade verarbeitet. Genauso gings mit meinen Physalis-Pflanzen: Die hatten sooo viele Früchte dieses Jahr – zehn davon hab ich gegessen, den Rest hat der Frost dahingerafft. Nächstes Jahr muss alles früher raus!
03 September 2012
ernte :-)
Auf meine diesjährige Kartoffelernte bin ich etwas stolz! Nach 2 Jahren mit dem „Bamberger Hörnle“ – einer vom Aussterben bedrohten Kartoffelsorte, die ich eigentlich retten wollte, was aber nicht funktioniert hat, weil ich nur die Hälfte der Menge geerntet hatte, die ich in die Erde gestopft hab und ich schon dachte, ich kann´s einfach nicht – habe ich in England ein paar Saatkartoffeln im Supermarkt gekauft, vorkeimen lassen und S. mit nach Hause gegeben. Statt ins Beet hat er sie aus Versehen in der Salatwanne vergraben und ich hatte die Kartoffeln schon abgeschrieben. Und jetzt sind da sooo schöne, sooo leckere Kartoffeln gewachsen!!!
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